Einbindung von Stakeholdern

GRI 102-40 bis GRI 102-44

GRI 102-40 eine Liste der von der Organisation eingebundenen Stakeholder‐Gruppen

Für die EB-Gruppe wurden folgende Stakeholder-Gruppen ermittelt. In der Auflistung werden die Stakeholder mit der Priorität A bzw. B versehen. Die Priorität A bedeutet, dass der Dialog mit diesen wesentlichen Stakeholdern als essenziell angesehen wird. Der Dialog mit Stakeholdern der Priorität B erfolgt nach einer weiteren Priorisierung.

Stakeholder
Priorität
Dialogformen (Stand 2020)

Institutionelle Kunden (Mitglieder)


A



Kundenbefragung (alle 2 Jahre)


Fokusgruppen mit Befragungen auch zu NH-Themen


Kirche (ACK-Mitglieder)


A


Stetiger persönlicher Dialog auf Führungsebene


Institutional Clients


A


Stetiger persönlicher Dialog auf Führungsebene; z.B. AKI


Stiftungen


A


Stiftungstage; stetiger persönlicher Dialog auf Führungsebene


Diakonie & Wohlfahrt


A


z.B. KirUm-Netzwerk, EB-Care-Arbeitskreise


Private Kunden


A


Fokusgruppen mit Befragungen auch zu Nachhaltigkeitsthemen, Social Media-Kanäle


Aufsichtsrat


A



6 Sitzungen pro Jahr und 3 Ausschüsse (vgl. GRI 102-22) mit mind. 4 Sitzungen p.a.


Anlassbezogener ad hoc Austausch


Fachbeirat


A


vier Fachbeiräte: (1) Beirat Nachhaltigkeit, (2) Beirat Sozial- und Gesundheitsbranche, (3) Beirat Privatkunden, (4) Beirat EB-SIM (i.d.R. jeweils zwei Sitzungen p.a.)


Betriebsrat


A


Vorstand trifft sich monatlich mit dem Gesamtbetriebsrat


Mitarbeiter:innen


A


Betriebsversammlung jährlich; Mitarbeiterbefragung jährlich; EBnow; Ideenmanagement



Forschung &


Beratung


A


Stetiger persönlicher Dialog, regelmäßige und anlassbezogene Fachgespräche, bidirektionale Wissensvermittlung, Impulsgeber


Bankenaufsicht (BaFin)


B


Ein Jahresgespräch; Screening der Gesetzesinitiativen


Verbände und Verbundunternehmen


B


Regelmäßiger Austausch über Vorstand; anlassbezogene Fachgespräche; Interessenvertretungen und Prüfungseinrichtungen


Brancheninitiativen (AKI, BVI, FNG)


B


Regelmäßige und anlassbezogene Fachgespräche; Gremien und Mitgliederanlässe


Dienstleister


B


Anlass- und fachbezogene Qualitätssicherungsgespräche, Befragungen


Presse / Medien


B


Multiplikator für die Öffentlichkeit à anlass- und fachbezogene Kommunikation


Wissenschaft (Koop-Partner)


B


Anlass- und fachbezogener Austausch, bidirektionale Wissensvermittlung, Impulsgeber (einbringen von wiss. Expertise), Innovationstreiber, innerhalb bestehender Kooperationen


Verbraucher-, Sozial- & Umwelt-Initiativen (NGO’s)


B


Öffentliche Werte- und Handlungskontrolle, Impulsgeber, anlassbezogene Gespräche


Gesetzgeber und Politik


B


Anlassbezogene Gespräche zu gesetzlichen Rahmenbedingen für wirtschaftliches Handeln, aktiver Dialog über klimarelevante Themen


Wettbewerber


B


Lose Kontakte und Erfahrungsaustausch, innerhalb von Netzwerken und Initiativen


Ratingagenturen und SRI-Analysten


B


Regelmäßige Überprüfungen der Wirtschaftsweisen, Korrektiv


Unabhängig von der Priorität A oder B nimmt die Evangelische Bank alle Stakeholder-Dialoge sehr ernst. Das jeweilige Feedback der Anspruchsgruppen wird systematisch analysiert und fließt in die strategischen Überlegungen ein. Darüber hinaus lernen Anspruchsgruppen in den Dialogen auch die Ziele, Werte und Strategien der EB besser kennen. Sie können diese Informationen bei zukünftigen Entscheidungen berücksichtigen oder können als Multiplikator positive Impulse für die EB „im Markt“ setzen.

GRI 102-41 Tarifverhandlungen

In der Evangelische Bank fallen 71,2 % (2019: 74,31 %) und in der EB-Gruppe fallen 54,18 % der Mitarbeiter:innen (inkl. Auszubildende) unter aktuell gültige Tarifverhandlungsvereinbarungen.

GRI 102-42 Die Grundlage für die Ermittlung und Auswahl der Stakeholder, die von der Organisation eingebunden werden

Mit ihrem kundenorientierten Geschäftsmodell, ihrer Zukunftsorientierung sowie aufgrund ihres aktiven nachhaltigen Engagements steht die EB zusammen mit ihren Tochtergesellschaften mit zahlreichen Stakeholdern – vorrangig im deutschsprachigen Raum – in Kontakt.

Die gezielte Ermittlung der wichtigsten Stakeholder (vgl. GRI 102-40) für die EB-Gruppe erfolgte durch einen intern wie extern besetzten Expertenkreis im Rahmen der EMASplus-Rezertifizierung im Jahr 2020.

GRI 102-43 Ansatz der Organisation für die Einbindung von Stakeholdern, einschließlich der Häufigkeit der Einbindung nach Art und Gruppe von Stakeholdern sowie ob eine der Einbindungsmaßnahmen explizit im Rahmen des Berichterstellungsverfahrens getroffen wurde

Der Dialog und die Einbeziehung der Stakeholder erfolgen in unterschiedlichen Formaten, die im Folgenden dargestellt werden. Die aktive Einbindung der jeweiligen Anspruchsgruppen wird im Rahmen der Arbeit des Nachhaltigkeitsrates bzw. der entsprechenden Arbeitskreise regelmäßig hinsichtlich ihrer Wesentlichkeit, der Häufigkeit sowie der Dialogformate bewertet und ggf. aktualisiert.

Mitglieder / Institutionelle Kunden

Die Mitglieder werden im Rahmen der jährlich stattfindenden Generalversammlung über die wesentlichen Belange der Evangelischen Bank informiert und in den aktiven Dialog einbezogen. Mit Diskussionen, Impulsgebungen und ihrem Abstimmungsverhalten haben alle Mitglieder die Möglichkeit, an der Zukunftsgestaltung der EB mitzuwirken. Im Jahr 2020 fand die Generalversammlung pandemiebedingt virtuell statt.

Darüber hinaus führte die EB-Gruppe im Berichtsjahr, bedingt durch die COVID-19-Pandemie, verschiedene kleinere Veranstaltungen und virtuelle Dialogformate für Kund:innen, Mitglieder und weitere Stakeholder-Gruppen durch. Als Highlights für 2020 sind zu nennen:

  • Web-Konfernzen der EB-SIM für Kund:innen zur aktuellen Kapitalmarktsituation (u. a. Wie wirkt sich die COVID-19-Pandemie auf die Kapitalmärkte aus?)
  • Kundenbefragungen zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie

Mitarbeiter:innen

Alle Mitarbeiter:innen der EB-Gruppe werden im Rahmen von Mitarbeiterveranstaltungen sowie durch die Mitarbeiter-App „EBnow“ laufend über aktuelle Aktivitäten und Planungen der EB-Gruppe informiert. Sämtliche Mitteilungen können grundsätzlich kommentiert werden und dienen auch als Basis für den persönlichen Austausch oder den Wissensaufbau.

Die App „EBnow“ ermöglicht es, die Mitarbeiter:innen schnell und direkt über viele Unternehmensaktivitäten und insbesondere über die Nachhaltigkeitsaktivitäten der EB zu informieren. Die Abteilung „CSR & Sustainable Finance“ veröffentlicht regelmäßig Podcasts und Informationen zu aktuellen Nachhaltigkeitsprojekten, zu (neuen) Initiativen, zu Kommunikations- und Presseaktivitäten oder zu regulatorischen Vorhaben. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass alle Mitarbeiter:innen für ökologische und soziale Themen sensibilisiert werden und fortlaufend über neueste Entwicklungen im Bilde sind.

Alle Stakeholder

Die Mitglieder und Kund:innen der EB-Gruppe, die das Kundenmagazin “EinBlick” abonniert haben, bekommen regelmäßig die aktuelle Ausgabe zugeschickt. Darüber hinaus steht die Online-Version allen Stakeholdern auf der Homepage der EB zur Verfügung. Im Magazin informiert die EB ausführlich über aktuelle Entwicklungen, neue Produkte bzw. Projekte oder über das soziale Engagement der EB-Gruppe.

Auch die Veranstaltungsreihe „Fair Finance Week“ bot 2020 die Möglichkeit zum digitalen Austausch mit Stakeholdern – insbesondere mit NGOs, Medien, Kund:innen und potentiellen Kund:innen. Die von der EB durchgeführte Podiumsdiskussion fand unter dem Titel „Klimagerecht? Wie die Finanzwelt durch Klimastrategien dazu beitragen kann, die Klima- und Entwicklungsziele zu erreichen.“ statt (vgl. GRI 102-12).

Presse / Medien sowie Gesetzgeber und Politik

Seit 2019 wird die Kommunikation der EB in Bezug auf nachhaltige Themen stark ausgebaut. Die ökologischen und sozialen Aktivitäten wurden in der Unternehmenskommunikation stärker gewichtet. Nachhaltigkeits- und insbesondere klimabezogene Themen sind seitdem regelmäßig Inhalt von Pressemeldungen und werden aktiv in Beiträgen bei Print- und Onlinemedien platziert. Auch bezog der Vorstandsvorsitzende im Jahr 2020 öffentlich Position zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen wie beispielsweise zu den Erwartungen an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft oder zu den ambitionierten Klimazielen Europas.

Verbände und Verbundunternehmen sowie Brancheninitiativen

Das Profil der EB als nachhaltige Bank sowie der regelmäßige Wissensaustausch zu nachhaltigen Fragestellungen wird auch über die Mitgliedschaft in Verbänden und Initiativen gestärkt. Die Vertreter:innen der EB bringen sich aktiv in die Diskussionen ein und betonen dabei insbesondere nachhaltige Themen. Im Frühjahr 2021 erfolgte beispielsweise der Beitritt zur Initiative „Partnership for Carbon Accounting Financials“ (PCAF) um über den Austausch die interne Umsetzung der EB-Klimastrategie insbesondere im Hinblick auf die Messung und Transparenz zu Treibhausgasemissionen weiter zu verfolgen.

Ausschlaggebend für die Priorisierung der angesprochenen und diskutierten Themen ist die Engagement-Strategie, die im September 2019 verabschiedet wurde. Die „Engagement-Strategie“ legt den inhaltlichen Rahmen fest, mit welchen nachhaltigen Themen die EB aktiv in den Dialog mit Verbänden und Brancheninitiativen tritt. Nähere Informationen dazu finden sich im Nachhaltigkeitsberichtsabschnitt “Engagement-Aktivitäten der Evangelischen Bank und der EB-SIM” des Kapitels ‘Ökonomischen Verantwortung’.

Wissenschaft, Forschung & Beratung

2019 startete die Evangelische Bank und die EB-SIM eine Bildungskooperation mit der Universität Kassel. Mit dieser Kooperation soll das „nachhaltige Wirtschaften“ in den Fokus gestellt werden. Zum Auftakt führte die EB-SIM das Seminar „Sustainable Investment Management“ für Masterstudenten durch. Für 2020 wurde die Seminarreihe „Nachhaltiges Finanzmanagement“ an der Universität Kassel durch die EB geplant. Die Seminarreihe wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie in das Jahr 2021 verschoben. Weitere Seminare bzw. Vorträge finden an der Justus-Liebig-Universität in Gießen statt.

Darüber hinaus engagiert die EB bzw. EB-Gruppe Beratungsgesellschaften mit Forschungsbezug im Bereich Nachhaltigkeit, um am Puls der Zeit zu sein bzw. zu bleiben.

GRI 102-44 wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat.

Wie unter 102-43 beschrieben, legt die Evangelische Bank großen Wert auf einen intensiven Austausch mit ihren Stakeholdern, insbesondere mit Mitgliedern, Kund:innen und Mitarbeiter:innen. Ebenso wichtig ist es für die EB auch, auf Anliegen der Stakeholder einzugehen. Im Folgenden sind wegen der besonderen Relevanz für die EB-Gruppe Anliegen der Stakeholdergruppe A aufgeführt:

Aufsichtsrat sowie Fachbeiräte

Wichtige Themen und Anliegen im Rahmen von Aufsichtsrats- und Fachbeiratssitzungen werden direkt im jeweiligen Gremium angesprochen und diskutiert. Diese vertraulichen Informationen werden innerhalb der Gremien abschließend behandelt. Sich daraus ergebende strategische oder für das Geschäftsmodell relevante Aspekte nimmt die Bank aktiv in die Kund:innen- bzw. Mitgliederkommunikation (z. B. über Kundenmailings oder im Kundenmagazin) auf, um sie über diverse Kanäle einem großen Kreis potentiell interessierter Stakeholder zur Verfügung zu stellen. Vertrauliche Anliegen werden selbstverständlich auch vertraulich behandelt.

Mitarbeiterbefragung

Im Rahmen von i.d.R. jährlichen Mitarbeiterbefragungen werden von der Evangelischen Bank Angaben erhoben, die das jeweils aktuelle Niveau der Mitarbeiterzufriedenheit aufzeigen. Im Jahr 2020 fand keine Mitarbeiterbefragung statt. Jedoch wurde Ende 2020 eine Kulturanalyse, bestehend aus quantitativen Online-Umfragen und qualitativen Interviews durchgeführt. Weitere Informationen zur Kulturanalyse gibt es im Abschnitt „Mitarbeiterbefragung“ des Kapitels ‚Soziale Verantwortung‘.

Im Jahr 2021 findet wieder eine Mitarbeiterbefragung statt, an der 290 Mitarbeiter:innen der EB teilgenommen haben. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung werden in dem Nachhaltigkeitsbericht, der das Berichtsjahr 2021 umfasst, aufgenommen. Die Auswertungen der Mitarbeiterbefragung werden dem Betriebsrat und den Direktionsleitungen zur Verfügung gestellt. Alle Mitarbeiter:innen erhalten eine Information zu den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung. Regelmäßig werden die Ergebnisse weiter in den Teamrunden besprochen.

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