Unternehmensführung 

GRI 102-18 bis GRI 102-39

GRI 102-18 Führungsstruktur der Organisation, einschließlich der Gremien des höchsten Kontrollorgans

Die höchsten Organe umfassen den Vorstand, den Aufsichtsrat sowie die Generalversammlung.

Vorstand

Der Vorstand leitet die EB mit dem Ziel des Erhalts ihrer nachhaltigen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die strategische Ausrichtung der Bank wird vom Vorstand festgelegt und dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben sowie mit diesem erörtert. Der Vorstand sorgt darüber hinaus für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien sowie für ein angemessenes Risikomanagement und -controlling.

Die Vorstandsverantwortung für sämtliche Nachhaltigkeitsthemen in der EB obliegt dem Vorsitzenden des Vorstands, Thomas Katzenmayer.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand und hat für die intensive Auseinandersetzung mit relevanten Themen drei Ausschüsse etabliert: den Kredit- und Risikoausschuss, den Personalausschuss sowie den Prüfungsausschuss.

Sowohl in den Sitzungen des Aufsichtsrates als auch in den Sitzungen der Ausschüsse werden Nachhaltigkeitsthemen ausdrücklich einbezogen, z. B. wenn sie Teil des Fortschrittsberichtes zur Gesamtbankstrategie sind oder wenn sie Teil der Bewertung der Vorstandsleistung sind.

Generalversammlung

Die Generalversammlung ist das höchste Organ der EB. Ihr gehören alle Mitglieder an. In der Regel findet die Generalversammlung jährlich statt und ist beispielsweise für Satzungsänderungen, die Entlastung des Vorstands und die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder verantwortlich.

Tochtergesellschaften

Die Tochtergesellschaften der EB werden durch die jeweiligen Geschäftsführer:innen geleitet. Das höchste Organ der Tochtergesellschaften ist die Gesellschafterversammlung.

Die Mitglieder des Vorstands der EB nehmen auch die Überwachungsfunktion der Tochtergesellschaften auf den jeweiligen Gesellschafterversammlungen wahr.

Entscheidungsfindung bei nachhaltigen Themen

Die strategische Grundausrichtung im gruppenweiten Nachhaltigkeitsmanagement legt der Nachhaltigkeitsrat fest. Die Verantwortlichkeiten für das strategische und operative Nachhaltigkeitsmanagement im Hause der EB sind klar geregelt und dokumentiert.

Der Nachhaltigkeitsrat setzt sich aus den Mitgliedern des Vorstands, der Direktionsleitung „Strategie & Nachhaltigkeit“, einem Vertreter des Gesamtbetriebsrates, den Leitern der vier Arbeitskreise Betriebsökologie & Beschaffung, Mitarbeiter & Soziales, Nachhaltigkeits-Ansatz (Kapitalanlage und Kredit) und Vertrieb sowie den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften zusammen. Im Jahr 2020 wurde der Nachhaltigkeitsrat und die Arbeitskreise um Vertreter der Tochtergesellschaften, mit Ausnahme der Change Hub GmbH und der EB-SRE GmbH, erweitert. Die Vertreter dieser zwei Tochtergesellschaften sollen zeitnah in die Arbeitskreise eingebunden werden.

Der Nachhaltigkeitsrat unter dem Vorsitz des Vorstandsvorsitzenden ist ein Entscheidungsgremium für nachhaltige Themen. Der Nachhaltigkeitsrat tagt zweimal jährlich und überprüft die ökonomischen, ökologischen und sozial-ethischen Fortschritte der Bank sowie den Integrationsstand des Nachhaltigkeitsprogramms. Die jeweiligen Arbeitskreise befassen sich intensiv mit der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsthemen und bereiten Entscheidungen für den Nachhaltigkeitsrat und damit für den Gesamtvorstand vor. In diesem Rahmen berichten sie auch direkt an den Vorstand. Im Jahr 2020 kam der Nachhaltigkeitsrat im März sowie im September zusammen.

Darüber hinaus hat die EB-Gruppe im Jahr 2020 ein neues Fachbeiratskonzept mit vier Fachbeiräten etabliert. Ein Fachbeirat ist der Nachhaltigkeitsbeirat und schafft ein festes Austauschformat zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Fragestellungen mit externen Experten aus Diakonie, Politik und Wissenschaft sowie Vertretern von Nichtregierungsorganisationen und ESG-Research. Zusammen mit Führungskräften der EB-Gruppe startet im Juni 2021 der fachliche Austausch zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsgrundsätze und der -organisation sowie zu strategischen Themen.

Allgemeine Angaben zur nternehmensführung GRI102-18 bis 39

Direktion “Strategie & Nachhaltigkeit”

Die Sicherstellung der Umsetzung und Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsgrundsätze erfolgt in der Direktion „Strategie & Nachhaltigkeit“, die direkt an den Vorsitzenden des Vorstands berichtet. Mit der Direktion wird sowohl nach innen wie nach außen die Bedeutung der Nachhaltigkeit für die EB-Gruppe unterstrichen. Die Direktion besteht aus den Abteilungen Strategieentwicklung und CSR & Sustainable Finance. Seit dem 01.01.2021 gehört außerdem die Gesamtbanksteuerung zur Direktion. Die Abteilung CSR & Sustainable Finance bündelt die verschiedenen Einzelinitiativen der Bank, unterstützt die Tochtergesellschaften in Fragen der operativen Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen und entwickelt alle wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte und -prozesse zukunftsgerichtet weiter.

GRI 102-19 Befugniserteilende Stelle

Der Vorstand der EB verantwortet die Zielerreichung sowie die Weiterentwicklung der Gesamtbankstrategie. Die Gesamtbankstrategie basiert auf den Unternehmensgrundsätzen, die insbesondere auch die Nachhaltigkeitsgrundsätze umfassen. Die integrierte Gesamtbankstrategie ist den Vertriebs-, Risiko-, Detail- sowie Funktionalstrategien übergeordnet.

Die Strategien legt der Vorstand fest. Diese werden dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und erörtert.

Wie unter 102-18 beschrieben werden strategische Entscheidungen mit Nachhaltigkeitsbezug innerhalb des Nachhaltigkeitsrates getroffen. Für die operative Umsetzung sind in der Regel Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zuständig, die auch Mitglieder des Nachhaltigkeitsrates und der Arbeitskreise sind.

In besonderem Maße ist die Direktion „Strategie & Nachhaltigkeit“ mit der Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsgrundsätze betraut und bereitet Entscheidungen für den Vorstand vor.

In der Tochtergesellschaft EB-SIM verantwortet die Geschäftsführung die Zielerreichung sowie die Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie. Mit der operativen Umsetzung von Nachhaltigkeit im Investment- und Monitoringprozess ist das Team „ESG-Integration“ der EB-SIM beauftragt.

GRI 102-20 Verantwortung der Führungsebene für ökonomische, ökologische und soziale Themen

Ungeachtet der Gesamtverantwortung des Vorstands hat die Evangelische Bank eine Organisation geschaffen, die eine ganzheitliche Integration von Nachhaltigkeitsaspekten ermöglicht. Das zentrale Gremium im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements der EB-Gruppe ist der Nachhaltigkeitsrat (vgl. GRI 102-18), zu dessen Mitgliedern der Gesamtvorstand der EB sowie die jeweiligen Geschäftsleitungen der Tochtergesellschaften zählen.

Als Entscheidungsgremium treibt der Nachhaltigkeitsrat die fortlaufende Implementierung der Nachhaltigkeitsaspekte voran und bindet die Tochtergesellschaften aktiv in diesen Prozess ein. Ergänzend zum Nachhaltigkeitsrat hat die Bank Arbeitskreise mit unterschiedlichen Schwerpunkten gebildet. Die Arbeitskreise sollen die nachhaltigkeitsbezogenen Facharbeiten weiterentwickeln und optimieren. Im Jahr 2020 wurde zudem die Einrichtung eines Nachhaltigkeitsbeirates initiiert, der im Juni 2021 seine konstituierende Sitzung hat. Der Nachhaltigkeitsbeirat ist ein Gremium, welches Nachhaltigkeit in der EB ganzheitlich betrachtet und der Bank beratend zur Seite steht, um den wachsenden Anforderungen an eine nachhaltige Bank gerecht zu werden. Ein regelmäßiges Austauschformat zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Fragestellungen der Bank mit renommierten Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft sowie Vertretern der EB-Gruppe.

Mit dem operativen Nachhaltigkeitsmanagement ist die Direktion Strategie & Nachhaltigkeit betraut. 2020 wurde die Direktion neu aufgestellt und setzt sich aus den Abteilungen Strategieentwicklung und CSR & Sustainable Finance zusammen. Seit dem 01.01.2021 gehört außerdem die Gesamtbanksteuerung zur Direktion. Die Abteilung CSR & Sustainable Finance koordiniert die operative Implementierung von ökologischen und sozialen Themen in allen Geschäftsbereichen und -prozessen und treibt maßgeblich die nachhaltigkeitskonforme Weiterentwicklung voran.

Die Direktion – und somit auch die Abteilung CSR & Sustainable Finance – berichtet direkt an den Vorsitzenden des Vorstands der Evangelischen Bank.

GRI 102-21 Verfahren für den Dialog zwischen Stakeholdern und dem höchsten Kontrollorgan zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen

Als Stakeholder der Evangelischen Bank können u.a. Mitglieder, Kund:innen, Mitarbeiter:innen oder Vertretern aus Forschung und Beratung sowie Vertretern von Verbänden oder NGOs bezeichnet werden. Eine Liste der Stakeholder-Gruppen befindet sich unter 102-40.

Die EB legt größten Wert auf Transparenz sowie auf eine hierarchieübergreifende Kommunikation. Die Mitarbeiter:innen haben die Möglichkeit in internen Veranstaltungen, Gesprächsrunden oder auch bilateral in den Dialog zu treten. Der Vorstand informiert beispielsweise die Mitarbeiter:innen regelmäßig in der jährlichen Mitarbeiterversammlung und anlassbezogen über aktuelle Themen in der Mitarbeiterkommunikations-App „EBnow“. Darüber hinaus tritt der Vorstand mit den Mitarbeiter:innen in regelmäßig stattfindenden “SmallTalks” in den Dialog.

Die Interessen der Mitarbeiter:innen werden durch einen Gesamtbetriebsrat sowie drei regionale Betriebsratsgremien gewahrt. Der Vorstand und die Vertreter:innen des Betriebsrates besprechen sich regelmäßig. Ihre konstruktiven Dialoge prägen die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten.

Im Rahmen der jährlichen Generalversammlung werden die Mitglieder der EB über das vorangegangene Geschäftsjahr und über aktuelle Themen informiert. Über die Nachhaltigkeitsaktivitäten der EB wird regelmäßig berichtet. Der Vorstand und der Aufsichtsrat stehen jedem Mitglied für Fragen und zum allgemeinen Austausch zur Verfügung.

Um auch den Dialog mit wesentlichen Stakeholdern weiter zu intensivieren, wurde 2020 ein neues Fachbeiratskonzept erarbeitet (vgl. GRI 102-20). Zu diesem Expertenkreis zählen namhafte Vertreter aus Diakonie, Nichtregierungsorganisationen, Politik und Wissenschaft sowie Führungskräfte der EB-Gruppe.

Der Dialog zwischen Vorstand und Stakeholdern wird nicht an andere Instanzen delegiert.

GRI 102-22 Zusammensetzung des höchsten Kontrollorgans und seiner Gremien

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Evangelischen Bank setzt sich im Berichtsjahr 2020 aus 14 Mitgliedern zusammen. Das Gremium wird ergänzt durch den Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates.

Der überwiegende Anteil der 14 Mitglieder des Aufsichtsrates sind aktive bzw. ehemalige Führungskräfte in Einrichtungen oder Organisationen von Kirche und Diakonie oder in Gesellschaften der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Nähere Informationen zu den Mitgliedern des Aufsichtsrates befinden sich auf der Homepage der Evangelischen Bank.

Von den 14 Mitgliedern sind bis zum 28. Oktober 2020 12 männlich sowie 2 weiblich und ab dem 28. Oktober 2020 sind 11 Mitglieder männlich und 3 weiblich.

Alle (14) Mitglieder des Gremiums sind unabhängig.

Der Aufsichtsrat hat drei Ausschüsse eingerichtet: den Kredit- und Risikoausschuss, den Personalausschuss und den Prüfungsausschuss.

Vorstand

Der Vorstand der Evangelischen Bank bestand im Berichtsjahr 2020 bis Juni aus drei Mitgliedern und zum 31. Dezember 2020 aus zwei Mitgliedern:

  • Thomas Katzenmayer, Mitglied seit 2007
  • Joachim Fröhlich, Mitglied seit 2017
  • Christian Ferchland, Mitglied seit 2003 (ausgeschieden im Juni 2020)

Im September 2020 verabschiedete der Aufsichtsrat ein neues Zielbild für die künftige Vorstandsstruktur. Es sieht vor, dass die Evangelische Bank von vier Vorstandsmitgliedern geführt wird. Neben dem Vorsitzenden des Vorstands (CEO, Herr Thomas Katzenmayer) soll jeweils ein Vorstandsmitglied für den Vertrieb (CCO, Herr Joachim Fröhlich), die Finanzen und Marktfolge (CFO) sowie Digitalisierung und Organisation (CDO/COO) zuständig sein. In seiner Sitzung vom 21. Mai 2021 hat der Aufsichtsrat Herrn Olaf Kreuzberg, vormals Direktor für Marktfolge & Finanzen im Hause der EB, zum neuen Mitglied des Vorstands bestellt. Er nimmt die Position des CFO/Marktfolgevorstands wahr. Das Auswahlverfahren für die Besetzung der vierten Position wird 2021 angestoßen.

Tochtergesellschaften

Im Folgenden sind die Tochtergesellschaften mit Ihrer Geschäftsleitung für das Berichtsjahr aufgeführt:

  • Change Hub GmbH: Dr. Malte Möller, Dr. Franziska Nocke (bis 28. Februar 2020)
  • EB Consult GmbH: Jens Liehr, Hans-Christoph Reese
  • EB Holding GmbH: Thomas Katzenmayer, Joachim Fröhlich, Christian Ferchland (bis Juni 2020)
  • EB-Kundenservice GmbH: Peer-Ole Läer, Matthias Güde
  • EB-Real Estate GmbH: Matthias Zaremba, Johannes Reinsch, Michiel van der Meer (bis Juli 2020)
  • EB – Sustainable Investment Management GmbH: Dr. Oliver Pfeil, Ulrich Nötges (bis Oktober 2020)
  • EB-Sustainable Real Estate GmbH: Johannes Reinsch
  • HKD Handelsgesellschaft für Kirche und Diakonie mbH: Hendrik Claaßen

Die Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften werden durch den Vorstand der EB überwacht. Der Vorstand berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat der EB.

Bis zur Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts sind folgende Entwicklungen auf Vorstands- und Geschäftsleitungsebene in der EB-Gruppe im Jahr 2021 entstanden:

  • Evangelische Bank: Olaf Kreuzberg, Vorstandsmitglied (seit Juni 2021)
  • EB Holding GmbH: Olaf Kreuzberg, Geschäftsführer (seit Juni 2021)
  • EB-Kundenservice GmbH: Matthias Güde, Geschäftsführer (bis August 2021); Britta Pfeiffer, Geschäftsführerin (seit September 2021)
  • EB – Sustainable Investment Management GmbH: Christoph Glatzel (seit Januar 2021), Michael Hepers (seit Januar 2021); Helmut Kotschwar (bis Januar 2021)
  • EB-Sustainable Real Estate GmbH: Christian Schwarzrock; Geschäftsführer (seit Februar 2021)

GRI 102-23 Vorstand des höchsten Kontrollorgans

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der EB, Edgar Schneider, ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Er ist seit Juni 2017 Mitglied des Kontrollorgans und gehört nicht der Geschäftsleitung der Evangelischen Bank an.

Der Vorsitzende des Vorstands, Thomas Katzenmayer, ist Bankkaufmann. Im Jahr 2006 wechselte er von der genossenschaftlichen Beratungsgesellschaft GenoConsult als Vertriebsdirektor zur Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel (EKK), einem der Vorgängerinstitute der Evangelischen Bank.

Bei der EKK wurde Thomas Katzenmayer 2007 in den Vorstand berufen. Als Vorstandssprecher war er bei der EKK für die Bereiche Personal, Vorstandsstab, Institutionelle Kunden, Vermögensmanagement/Treasury, Privatkunden sowie Nachhaltigkeit verantwortlich. Im Jahr 2020 ist er als Vorsitzender des Vorstandes bei der Evangelischen Bank für die Direktionen Vertrieb, Strategie & Nachhaltigkeit und Personal zuständig gewesen. Zudem verantwortet er die Stabsbereiche Kommunikation & Marketing, Change Unit und Revision.

GRI 102-24 Nominierungs‐ und Auswahlverfahren für das höchste Kontrollorgan und seine Gremien

Das Nominierungs- und Auswahlverfahren der Aufsichtsräte ist im Genossenschaftsgesetz bzw. in der Satzung sowie dem Corporate Governance Kodex der Evangelischen Bank geregelt.

Darüber hinaus sind aufsichtsrechtliche Anforderungen gemäß § 25d KWG zu beachten. Dementsprechend müssen Mitglieder des Aufsichtsrats zuverlässig sein, die erforderliche Sachkunde vorweisen und zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben über ausreichend Zeit verfügen. Die Prüfung dieser Vorgaben obliegt dabei der BaFin.

Im Corporate Governance Kodex der EB sind Grundsätze der Zusammensetzung des Aufsichtsrates formuliert:

  • Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.
  • Es soll auch auf die Tätigkeit der Bank, auf potenzielle Interessenkonflikte und eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder sowie auf die Vielfalt (Diversity) geachtet werden.
  • Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder angehören.

Der Aufsichtsrat der Evangelischen Bank setzt sich aus Mitgliedern der Landeskirchen und der EKD sowie aus Vertretern aus dem Bereich Diakonie und dem Bereich der Finanzwirtschaft zusammen.

GRI 102-25 Verfahren des höchsten Kontrollorgans zur Sicherstellung, dass Interessenkonflikte vermieden und mit ihnen angemessen umgegangen wird

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind gemäß des Corporate Governance Kodex dem Interesse der Bank und ihrer Mitglieder verpflichtet. Mit Entscheidungen dürfen weder persönliche Interessen verfolgt noch Geschäftschancen, die der Evangelischen Bank zustehen, persönlich genutzt werden. Jedes Aufsichtsratsmitglied wird Interessenkonflikte, insbesondere solche, die auf Grund einer Beratung oder einer Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Dritten entstehen können, dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenlegen.

Der Aufsichtsrat informiert in seinem Bericht an die Generalversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung. Im Berichtsjahr 2020 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats unterrichten die Bank vollumfänglich über ihre Mitgliedschaften in anderen Gremien bzw. Aufsichtsorganen und müssen regelmäßig Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen offenlegen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben gemäß ihrer „Entsprechenserklärung 2020“ den Inhalten des Coporate Governance Kodex mit einer Ausnahme entsprochen (vgl. Homepage der EB zum Corporate Governance Kodex). Obwohl der Abschnitt 2.2. des Corporate Governance Kodex festlegt, dass die Generalversammlung den Jahresabschluss feststellt, wurde 2020 im Zuge der COVID-19-Pandemie davon abgewichen. Der Aufsichtsrat hat von der Möglichkeit nach § 3 Abs. 3 COVGesMaßnG Gebrauch gemacht und den Jahresabschluss der EB für das Geschäftsjahr 2019 festgestellt.

Im Rahmen des internen Kontrollsystems nimmt die Interne Revision regelmäßig Prüfungen vor.

GRI 102-26 Rollen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte bei der Entwicklung, Genehmigung und Aktualisierung der Zwecke, Unternehmenswerte oder -mission, Strategien, Richtlinien und Ziele der Organisation bezüglich ökonomischer, ökologischer und sozialer Themen

Der Aufsichtsrat der Evangelischen Bank hat sich im Berichtsjahr 2020 bezüglich ökonomischer, ökologischer und sozialer Themen in seinen regulären Sitzungen u.a. mit den Strategien der Bank, insbesondere mit der Gesamtbank-, Vertriebs- und Gesamtbankrisikostrategie sowie mit den Maßnahmen, welche die strategische Ausrichtung der Bank nachhaltig schärfen, umfassend auseinandergesetzt. Weitere Informationen sind dem „Bericht über das Geschäftsjahr 2020“ zu entnehmen.

Der Vorstand der EB legt die strategische Ausrichtung einschließlich des damit verbundenen Zielsystems fest. Die Strategien legt der Vorstand dem Aufsichtsrat zur Kenntnis vor und erörtert diese mit ihm. Der Vorstand sorgt für die Umsetzung der strategischen Maßnahmen und für die Zielerreichung.

Die Gesamtbankstrategie wird gemäß MaRisk jährlich überprüft. Bei der Entwicklung und der Überprüfung der Gesamtbankstrategie sowie bestimmter Teilstrategien wird der Vorstand durch die Direktion „Strategie & Nachhaltigkeit“ unterstützt.

Die Ziele der EB-Gruppe hinsichtlich ökologischer und sozialer Themen werden in der Direktion „Strategie & Nachhaltigkeit“ erarbeitet und als Projekte oder Maßnahmen formuliert. Derartige Projekte und wesentliche Maßnahmen werden jeweils mit dem Vorstand besprochen und diskutiert.

GRI 102-27 Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Verbesserung des gesammelten Wissens des höchsten Kontrollorgans zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen

Der Vorstand der Evangelischen Bank nimmt regelmäßig an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Darüber hinaus geht der Vorstand aktiv in den Dialog mit Mitarbeiter:innen, Mitgliedern, Kund:innen, dem Nachhaltigkeitsbeirat, anderen Mitgliedern aus Verbänden und Vereinen sowie mit Vertretern aus Politik und Medien. Gerade in diesen Dialogen und Diskussionen stehen nachhaltige Themen oftmals im Vordergrund. Der Aufbau von Fachwissen wird durch umfassende Fachliteratur ergänzt. Darüber hinaus verfügt die EB über ein Trendradar, das sowohl zur Identifikation von neuen relevanten Trends als auch zu deren Bewertung einbezogen wird. Auf diese Weise ist der Vorstand stets in der Lage, Wissen u.a. zu Nachhaltigkeitstrends, zu regulatorischen Vorhaben und Produktinnovationen aufzubauen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr.

GRI 102-28 Verfahren zur Bewertung der Leistung des höchsten Kontrollorgans bezüglich des Umgangs mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen

Im Corporate Governance Kodex der Evangelischen Bank ist für den Vorstand die Aufgabe festgeschrieben, die Schlüsselfaktoren zur Nachhaltigkeit in der Bank festzulegen, zu steuern und miteinander zu vernetzen. Dieser Auftrag unterstreicht das Werteverständnis der EB: Das nachhaltige Geschäftsmodell der Bank umfasst nicht nur ein ökonomisches, sondern gerade auch ein ökologisch und sozial-ethisch ausgerichtetes Handeln.

Der Aufsichtsrat bewertet mindestens jährlich die Nachhaltigkeitsleistung der Bank.

Dabei stützt er sich auf die Ergebnisse

  • der EMASplus-Zertifizierung,
  • des ISS ESG-Ratingergebnisses und
  • der prüferischen Durchsichten des Wirtschaftsprüfers des Genossenschaftsverbandes in Bezug auf die Berichterstattung sowie auf die strenge Anwendung des Nachhaltigkeitsfilters im Eigenanlagenmanagement der Bank.

Die EMASplus-(Re-)Zertifizierung findet alle drei Jahre statt und ist im Berichtsjahr 2020 erfolgreich abgeschlossen worden (vgl. GRI 102-15 und 102-47). Gemäß des EMASplus-Zyklus werden in den Jahren 2021 und 2022 Nachschauen durch einen Umweltgutachter vorgenommen. Weitere Ausführungen zu EMASplus befinden sich im Kapitel zum Managementansatz des Nachhaltigkeitsberichts.

Im März 2020 gab die ESG Research- und Ratingagentur ISS-ESG bekannt, dass die Evangelische Bank erneut ihre Spitzenposition in der Branche „Financials/Specialised Finance“ erreicht hat. Die EB erhielt von ISS-ESG den Status „Prime“ mit dem Rating „B+“, die derzeit beste Bewertung innerhalb dieser Gruppe. Somit bestätigte die EB ihre Vorreiterposition als Nachhaltigkeitsbank.

Neben den für die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung relevanten Ergebnisse, lässt sich die EB zusätzlich über eine weltweit anerkannte Finanzinitiative beurteilen: Als Unterzeichner der Principles for Responsible Investment (PRI) (vgl. 102-12) berichtet die EB jährlich über die Einhaltung der Prinzipien und ihre Fortschritte im „PRI Assessment Report“. Die Bewertungen der Bankaktivitäten wurden im August 2020 im PRI Assessment Report veröffentlicht. Die Ergebnisse sind jeweils ins Verhältnis zu den Ergebnissen anderer Unterzeichner in der Kategorie „Asset Owner“ gesetzt. In der möglichen Skala von A+ bis E liegt die EB in fünf von sieben bewerteten Kategorien über dem Median und konnte ihr Rating erneut auf einem Top-Level halten. In einer Kategorie konnte die EB ihr Rating sogar verbessern:

  • Strategy & Governance – A+
  • Listed Equity – Incorporation – A
  • Fixed Income – Corporate Financial – A
  • Fixed Income – Corporate Non-Financial – A
  • Fixed Income – Securitised – von B auf A

Ergänzend zu den Verfahren zur Bewertung der Leistung des Vorstandes wird die Güte und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung durch den Vorstand jährlich durch Wirtschaftsprüfer geprüft. Das Ergebnis wird dem Aufsichtsrat sowie der BaFin mitgeteilt. Die Aufsichtsbehörde führt mindestens einmal jährlich Aufsichtsgespräche mit dem Vorstand durch.

Der Aufsichtsrat bewertet regelmäßig (mindestens einmal jährlich) selbst seine Struktur, Größe und Zusammensetzung sowie die Leistung der Geschäftsleitung und des Aufsichtsorgans (§ 25d Abs. 11 Nr. 3 KWG). Er bewertet auch seine Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrung sowohl der einzelnen Geschäftsleiter und Mitglieder des Aufsichtsorgans als auch des Organs in seiner Gesamtheit (§ 25d Abs. 11 Nr. 4 KWG).

Die EB hat keinen Nominierungs- und Vergütungskontrollausschuss gem. § 25d Abs. 11 und 12 KWG. Der Personalausschuss übernimmt weitestgehend die Aufgaben der beiden vorgenannten Ausschüsse.

Im Berichtsjahr 2020 sind keine Maßnahmen als Reaktion auf die Bewertung der Leistung des Vorstands und des Aufsichtsrates bezüglich des Umgangs mit nachhaltigen Themen ergriffen worden.

GRI 102-29 Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Identifizierung und dem Umgang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen und ihren Auswirkungen, Risiken und Chancen – einschließlich seiner Rolle bei der Umsetzung der Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht.

Die Evangelische Bank hat gemäß den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine integrierte Gesamtbankstrategie sowie eine Gesamtbankrisikostrategie entwickelt. Darüber hinaus bestehen weitere Detail- und Funktionalstrategien sowie die Nachhaltigkeitsgrundsätze mit dem dazugehörigen strategischen Nachhaltigkeitszielsystem.

Im Rahmen des Managements hat die EB zahlreiche Instrumente einschließlich eines umfassenden Managementinformationssystems sowie eines Berichtswesens implementiert, um die Bank nachhaltig steuern zu können.

Das Managementinformationssystem umfasst die Überwachung des gesamten Zielsystems der Bank einschließlich der Messgrößen und Aktivitäten im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements.

Das Berichtssystem besteht aus täglichen, wöchentlichen, monatlichen, vierteljährlichen, jährlichen sowie anlassbezogenen Berichten. Alle Leitungsorgane werden stets aktuell über alle relevanten Entwicklungen der EB informiert. Die Informationen werden vom Vorstand in den regelmäßigen Vorstandssitzungen und in den Sitzungen mit dem Aufsichtsrat bzw. seinen Ausschüssen erörtert und bewertet.

Im Dezember 2019 veröffentlichte die BaFin ein „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“. Die EB beabsichtigt, die darin enthaltenen Empfehlungen gerade im Hinblick auf die Kredit- und Investmentportfolios kurz- bis mittelfristig umzusetzen.

Im Berichtsjahr wurden in die bestehenden Nachhaltigkeitsgrundsätze und das dazugehörige strategische Nachhaltigkeitszielsystem strategische Klimaziele aufgenommen. Es ist das Ziel, die CO2-Emissionen der EB im Rahmen des Geschäftsbetriebs, aber auch in den Kredit- und Anlageportfolios systematisch zu reduzieren und die Klimarisiken zu managen. Ein Kernelement stellen hierbei die Nachhaltigkeitsfilter für das Anlage- und Kreditgeschäft dar. So sind zur Reduzierung von Klimarisiken im EB-Filter (Impact) – für die Impact-Produkte der EB-SIM – beispielsweise Investitionen in Unternehmen ausgeschlossen (Negativkriterium), die fossile Energien fördern und nutzen. Für die regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung der Negativ- und Positivkriterien in der Kapitalanlage ist der Arbeitskreis Nachhaltigkeitsansatz (Kapitalanlage) zuständig. Anfang 2021 wurde neben dem Arbeitskreis Nachhaltigkeitsansatz (Kapitalanlage) ein neuer Arbeitskreis etabliert, der sich u.a. mit der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsfilters für den Kreditbereich befasst – der Arbeitskreis Nachhaltigkeitsansatz (Kredit).

Darüber hinaus setzt die EB-Gruppe im Frühjahr 2021 mit dem Projekt „Sustainability Risk Management“ auf bestehenden Maßnahmen zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken auf und entwickelt die Strukturen, Prozesse und Kriterien – insbesondere im Umgang mit Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken – kontinuierlich weiter. Zu den geplanten Maßnahmen zählen beispielsweise:

  • die Schaffung der notwendigen Voraussetzung für eine systematische Auseinandersetzung mit Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken in der Geschäfts- und Risikostrategie, in der Geschäftsorganisation sowie in der Gesamtbanksteuerung;
  • die Etablierung von Verfahren zur Klassifizierung von aktuellen und zukünftigen Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken auf Ebene der Sektoren, Kunden und Einzeltransaktionen;
  • die Festlegung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie eines Zeitplanes für die Identifikation, Bewertung, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung zu Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken;
  • die Erweiterung des Risikocontrollings um klima- und nachhaltigkeitsbezogene Aspekte und Kennzahlen.

Eine ausführliche Darstellung ist dem TCFD-Report 2020 zu entnehmen.

Ergänzend zu regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Initiativen können bei der Identifizierung und im Umgang mit nachhaltigen Themen auch die Dialoge zwischen Stakeholdern und Vorstand bzw. Aufsichtsrat wichtige Impulsgeber sein. Der regelmäßige Fachaustausch (vgl. GRI 102-21) kann bei der Auseinandersetzung mit Auswirkungen, Risiken und Chancen unterstützen und wird deshalb aktiv von den Vertreter:innen der EB wahrgenommen. Darüber hinaus hat die EB im Jahr 2020 die Voraussetzungen für den im Jahr 2021 gegründeten Nachhaltigkeitsbeirat gesetzt (vgl. GRI 102-20).

GRI 102-30 Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Überprüfung der Wirksamkeit der Verfahren der Organisation zum Risikomanagement für ökonomische, ökologische und soziale Themen

Die Evangelische Bank betreibt ein umfassendes Risikomanagementsystem zur Steuerung der Bank und zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Das Risikomanagement ist zum 31.12.2020 als Stabsstelle „Gesamtbanksteuerung“ direkt dem Vorstand unterstellt.

Der Vorstand ist für die Einhaltung der jährlichen Durchführung der Angemessenheitsprüfung der Risikomessverfahren durch die „Gesamtbanksteuerung“ verantwortlich. In diesem Zusammenhang ist eine Risikoinventur durchzuführen und über das Ergebnis dem Vorstand zu berichten.

Über die Durchführungen sowie die Ergebnisse wird der Vorstand mündlich wie schriftlich unterrichtet. Die kritische Würdigung der Inhalte nimmt der Vorstand vor und erteilt die Freigabe. Darüber hinaus sind die Risikomessverfahren und die Risikoinventur Gegenstand von Prüfungen durch die interne Revision. Die Prüfungen werden gemäß mehrjähriger Prüfungsplanung sowie anlassbezogen durchgeführt. Im Berichtsjahr 2020 wurde von einer anlassbezogenen Prüfung nicht Gebrauch gemacht. Zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Prüfungsdurchführungen und Berichterstattungen der internen Revision überwacht dies der Abschlussprüfer regelmäßig.

Ergänzend zur jährlichen Angemessenheitsprüfung des Risikomanagements erhält der Vorstand verschiedene Reportings, die für die Risikodarstellung und -beurteilung relevant sind. Die jeweiligen Reports werden in einem unterschiedlichen Turnus von täglich bis einmal jährlich erstellt.

Mindestens vier Mal im Jahr kommt der Kredit- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats zusammen. In den Sitzungen wird die aktuelle (Risiko-)Situation der EB ausführlich besprochen. Der Ausschuss informiert den Gesamtaufsichtsrat entsprechend.

GRI 102-31 Häufigkeit der Überprüfung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen und ihrer Auswirkungen, Risiken und Chancen durch das höchste Kontrollorgan

Die Evangelische Bank setzt das EMASplus-System ein, welches darauf ausgerichtet ist, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkungen systematisch zu bewerten und kontinuierlich zu optimieren. Ein wesentliches Element des Systems ist auch das Nachhaltigkeitsprogramm, dessen Weiterentwicklung und Umsetzungsstand regelmäßig überprüft und bewertet wird. Dies erfolgt insbesondere im Rahmen der Sitzungen des Nachhaltigkeitsrats (vgl. 102-18).

Darüber hinaus erstellt die Stabsstelle Gesamtbanksteuerung, die seit Januar 2021 in die Direktion “Strategie & Nachhaltigkeit” integriert ist, zahlreiche Berichte zur Geschäfts- und Risikolage der Bank, die dem Vorstand und Aufsichtsrat vierteljährlich vorgelegt werden. Daneben werden regelmäßige Strategiegespräche zwischen dem Vorstand und der Direktion „Strategie & Nachhaltigkeit“ geführt.

GRI 102-32 Das höchste Gremium oder die höchste Position, das bzw. die den Nachhaltigkeitsbericht der Organisation überprüft und genehmigt sowie sicherstellt, dass alle wesentlichen Themen behandelt werden

Der Vorstand der Evangelischen Bank überprüft und genehmigt den Nachhaltigkeitsbericht. Die Erstellung, die Sicherstellung, dass alle wesentlichen Themen behandelt werden, sowie die inhaltliche Verantwortung obliegt der Abteilung „CSR & Sustainable Finance“ innerhalb der Direktion „Strategie & Nachhaltigkeit“.

GRI 102-33 Verfahren zur Übermittlung kritischer Anliegen an das höchste Kontrollorgan

Die Evangelische Bank betreibt eine nachhaltig werteorientierte Risikopolitik und bietet den unterschiedlichen Stakeholdergruppen verschiedene Dialogformate mit dem Vorstand bzw. dem Aufsichtsrat an. Darüber hinaus können kritische Anliegen jederzeit mündlich oder schriftlich an den Vorstand und den Aufsichtsrat gerichtet werden.

Für weitere Informationen zur Übermittlung von Anliegen siehe auch GRI 102-17.

GRI 102-34 Art und Gesamtzahl kritischer Bedenken

Im Berichtsjahr gab es in der EB-Gruppe keine (0) kritischen Anliegen, die an den Aufsichtsrat gerichtet wurden. Die Anliegen werden in der Regel schriftlich beantwortet.

Ein kritisches Anliegen wurde im Berichtsjahr durch die HKD GmbH selbst ausgelöst. Hierbei handelt es sich um den Wechsel eines IT-Dienstleisters. Mit Umstellung auf den neuen IT-Dienstleister zum 01.03.2021 wurde das Anliegen abgeschlossen.

GRI 102-35 bis 102-39 Vergütungspolitik

Im Folgenden werden die Berichtspunkte 102-35 bis 102-39 zusammenhängend dargestellt. Sie umfassen die Offenlegung zur Vergütungspolitik für das höchste Kontrollgremium und der Führungskräfte, zu den Verfahren zur Festlegung der Vergütung, zur Einbindung der Stakeholder bei Entscheidungen zur Vergütung, zum Verhältnis der Jahresgesamtvergütung und zum prozentualen Anstieg des Verhältnisses der Jahresgesamtvergütung.

Aufsichtsrat und Vorstand

Die Vergütungspolitik der Evangelischen Bank ist konservativ ausgerichtet. Die Vergütungsgrundsätze für den Vorstand und den Aufsichtsrat sind im EB-Corporate Governance Kodex geregelt und werden auf der Homepage der EB veröffentlicht. Die regulatorischen Anforderungen an die Vergütungsstruktur, die sich für Banken aus dem KWG, der Institutsvergütungsordnung oder der MaComp ergeben, finden entsprechende vollständige Anwendung. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus

  • fester Vergütung,
  • variabler Vergütung,
  • Leistungen für eine betriebliche Altersversorgung / Versorgungszusagen sowie
  • Nebenleistungen

zusammen. Die Gesamtvergütung muss in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben und Leistungen der Vorstandsmitglieder sowie zur Lage der Bank stehen und darf die übliche Vergütung nicht ohne besondere Gründe übersteigen. Hervorzuheben ist, dass die Mitglieder des Vorstandes mit der variablen Vergütung angehalten sind, die nachhaltige Entwicklung der EB zu fördern. Parameter für die Bemessung der variablen Vergütung sind die nachhaltige Unternehmensentwicklung über mehrere Jahre, die Qualität der Geschäftsführung, Erfolge sowie die Güte der Nachhaltigkeitsleistung. Die variable Vergütung des Vorstandes hängt im Wesentlichen von dem Ergebnis des ISS ESG-Ratings als auch des Malus-Systems des DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. ab.

Der Aufsichtsrat erarbeitete die Vergütungsstruktur für den Vorstand und ließ diese durch den Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. prüfen. Der Aufsichtsrat beschließt über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand. Der vom Aufsichtsrat eingesetzte Personalausschuss richtet sich bei der Festsetzung der Vorstandsvergütung nach den genannten Vorgaben.

Vorstand


Fixvergütung


Variable
Vergütung


Summe


Thomas Katzenmayer


435.000 Euro


150.000 Euro


585.000 Euro


Joachim Fröhlich


330.000 Euro


120.000 Euro


450.000 Euro


Christian Ferchland*


175.000 Euro


120.000 Euro


295.000 Euro


Summe:


940.000 Euro


390.000 Euro


1.330.000 Euro


Enthalten sind bis zum 31.12.2020 kumulierte Grundvergütungen und im Juni 2020 ausgezahlte variable Vergütungen für 2019 (Stichtag 31.12.2020).

*Mitglied des Vorstandes bis 30.06.2020. Die hier aufgeführten Zahlungen entsprechen dem Zeitraum von Januar 2020 bis Juni 2020.

Für das Geschäftsjahr 2020 beträgt die Gesamtvergütung des Vorstands inkl. betrieblicher Altersversorgung, Nebenleistungen und sozialer Abgaben 1.941 TEUR.

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates ist nicht vom Geschäftsergebnis der EB abhängig. Variable Vergütungsbestandteile bestehen nicht. Die Generalversammlung legt den Gesamtbetrag bzw. die Obergrenze der Vergütung und sonstigen Leistungen durch Beschluss fest. Die Vergütung trägt neben der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder auch der wirtschaftlichen Lage und dem nachhaltigen Erfolg der EB Rechnung. Zuletzt wurde in der Generalversammlung 2011 über die Vergütung des Aufsichtsrates beschlossen. Der Beschluss zur Festlegung einer Obergrenze wurde einstimmig getroffen.

Führungskräfte und Mitarbeiter:innen

Keine Führungskraft und kein:e Mitarbeiter:in erhält in der EB eine vertriebsbasierte Vergütung.

Ebenso wie die Vergütung der Vorstandsmitglieder die nachhaltige Ausrichtung der EB fördern soll, ist auch das Vergütungssystem für Führungskräfte und Mitarbeiter:innen an der Güte der Nachhaltigkeitsleistung ausgerichtet. Aus Sicht der EB lässt sich eine faire Vergütungsstruktur durch das Verhältnis der höchsten im Vergleich zum Median der Jahresgesamtvergütung ausdrücken. Die Spanne bei der Evangelischen Bank liegt unter 10.

Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz werden nicht gezahlt. Lediglich über das Programm „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ erhalten Mitarbeiter:innen der EB einmalig 1.000 Euro (netto), sofern sie neue Mitarbeiter:innen für die EB begeistern und diese zukünftig im Anstellungsverhältnis für die EB tätig sind.

Im Berichtsjahr 2020 fand kein Vergütungsanstieg bei der am höchsten bezahlten Person statt.

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