GRI 412 Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte

Hochwertige Bildung
Geschlechtergleichheit
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Weniger Ungleichheit

GRI 412-1 Betriebsstätten, an denen eine Prüfung auf die Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde,

GRI 412-2 Schulungen für Angestellte zu Menschenrechtspolitik und -verfahren und

GRI 412-3 Erhebliche Investionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden

Die Wahrung der Menschenrechte hat die Evangelische Bank ausdrücklich sowohl in ihrem Verhaltens- als auch in ihrem Dienstleisterkodex dokumentiert. Die EB fordert die Einhaltung der Menschenrechte deutlich ein. Jedem Verdacht auf Missachtung wird nachgegangen und Zuwiderhandlungen haben Konsequenzen. Bei einem Verstoß gegen den Verhaltenskodex kann es zu arbeitsrechtlichen Maßnahmen kommen.

Der Dienstleisterkodex muss seit 2018 von allen neuen Dienstleistern unterzeichnet werden. Die Bank behält sich bei jedem Dienstleister das Recht vor, die Einhaltung der Anforderungen des Kodex nach angemessener Vorankündigung zu prüfen. Bei Verstößen kann die EB eine stufenweise Eskalation einleiten, die bis zur Auflösung der Geschäftsbeziehung reichen kann.

Es ist das Ziel, sowohl den Verhaltenskodex als auch den Dienstleisterkodex vollständig in allen Tochtergesellschaften sukzessive einzuführen und anzuwenden (GRI 412-3). Als erste Tochtergesellschaft hat die EB-SIM auf ihrer Gesellschafterversammlung 2021 beschlossen, dass die von der EB aufgestellten Nachhaltigkeitsgrundsätze sowie der Verhaltenskodex künftig auch zum integralen Bestandteil ihrer Unternehmensgrundsätze werden sollen. Nach der erfolgreichen Implementierung soll die Einhaltung entsprechend überwacht werden.

Der Dienstleisterkodex der EB findet bereits seit längerem in der EB-SIM und dem Change Hub Anwendung. Die HKD führte den Dienstleisterkodex im Jahr 2021 ein.

Die Einhaltung der Kodizes wird intern sichergestellt. Bei Hinweisen zu potenziellen Verstößen steht allen Mitarbeiter:innen das Hinweisgebersystem oder die Direktion “Compliance” zur Verfügung (vgl. GRI 102-17). Im Berichtszeitraum wurden keine Vorkommnisse hinsichtlich der Nichteinhaltung der Menschenrechte bekannt bzw. gemeldet.

Unterstützung des UN Global Compacts

Als ein deutliches Bekenntnis zur Einhaltung von Menschenrechten auch nach außen hat die EB den UN Global Compact unterzeichnet und dadurch die zehn Prinzipien dieser weltweiten UN-Initiative anerkannt. Der Schutz und die Achtung der Menschenrechte ist als erstes der zehn Prinzipien benannt. Allen zehn Prinzipien nimmt sich die Bank in ihrem täglichen Handeln an.

Kapitalanlage

Die ausdrückliche Verankerung der Prinzipien des UN Global Compacts und insbesondere die Achtung von Menschen- und von Arbeitsrechten erfolgt auch in der Kapitalanlage. Die Achtung dieser Rechte ist ein fester Bestandteil der EB-Nachhaltigkeitsfilter. In den Nachhaltigkeitsfiltern sind ausdrücklich bei Unternehmen und Zulieferern die Geschäftspraktiken, die gegen die Prinzipien des UN Global Compacts verstoßen, ausgeschlossen: a) Verstoß gegen ILO Arbeitsrechte (Kernarbeitsnormen), b) Verstoß gegen ILO Arbeitsrechte (sonstige Bereich), c) Kinderarbeit und d) Menschenrechte. Der EB-Filter (Responsible) wird sowohl in der Eigenanlage der EB (Depot A) als auch in der Vermögensverwaltung und bei den Fondslösungen der EB-SIM angewendet.

Als Asset Owner beteiligt sich die EB aktiv zusammen mit dem Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) an Engagement-Projekten, die ausdrücklich die Einhaltung von Menschenrechten in den Blick nehmen. Aktuell engagieren sich kirchliche institutionelle Investoren, wie auch die EB, zum Thema „Ökologische und menschenrechtliche Risiken in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie am Beispiel von Lithium, Platin und Kautschuk“. Mehr Informationen gibt es bei unseren Engagement-Aktivitäten.

Ergänzend zu den bereits strengen Kriterien der EB-Nachhaltigkeitsfilter kommen bei der EB-SIM weitere Instrumente zur Einhaltung der Menschenrechte zum Tragen. Beispielsweise investiert der Fonds, EB-SME Finance Fund Emerging Markets-Impact, der in Kooperation mit der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH aufgelegt wurde, mindestens 80% seines Vermögens in die Bereitstellung von Finanzierungsmitteln für lokale Finanzinstitute in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die bereitgestellten Mittel dienen der zweckgebundenen Finanzierung und zum Aufbau mittelständischer Strukturen vor Ort. Bei allen Projektfinanzierungen in Kooperation mit der DEG finden die „IFC Performance Standards“ sowie die „Equator Principles“ Anwendung. Somit wird die Achtung der Menschenrechte auch vor Ort sichergestellt.

Finanzierung

Auch in der Finanzierung sollen die Menschenrechte zukünftig noch stärker Berücksichtigung finden. Die EB hat mit der Aktualisierung ihrer Kreditvergabegrundsätze begonnen und wird voraussichtlich bis Ende 2021 die verschärften Kriterien veröffentlichen. Die neuen Kreditvergabegrundsätze werden eine so genannte Positivliste und eine überarbeitete Negativliste enthalten. Die Negativliste orientiert sich an den Kriterien der EB-Nachhaltigkeitsfilter.

Weiterbildung und Schulungen

Über die fachbezogenen und sonstigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen (vgl. GRI 404) hinaus, fanden im Berichtsjahr in der EB-Gruppe keine expliziten Schulungen zu Menschenrechtspolitik und -verfahren statt. Zwar erfolgte somit keine ausdrückliche Sensibilisierung zu relevanten Menschenrechtsaspekten für die Geschäftstätigkeit über Seminare oder ähnliche Weiterbildungsangebote. Gleichwohl ist die Förderung von Menschenrechten ein regelmäßiger Bestandteil unserer gruppenweiten Auseinandersetzung, die mit Fragen der Nachhaltigkeit und der Erreichung von positiver Wirkung durch unser Handeln erzielt wird.

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