Wir fordern die Wahrung
der Menschenrechte ein

Die Wahrung der Menschenrechte haben wir ausdrücklich sowohl in unserem Verhaltens- als auch in unserem Dienstleisterkodex dokumentiert. Jedem Verdacht auf Missachtung wird nachgegangen, Zuwiderhandlungen haben Konsequenzen. Bei einem Verstoß gegen den Verhaltenskodex kann es zu arbeitsrechtlichen Maßnahmen kommen.

Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte

Der EB-Dienstleisterkodex muss seit dem Jahr 2018 von allen neuen Dienstleister:innen unterzeichnet werden. Die Evangelische Bank (EB) behält sich bei jedem/jeder Dienstleister:in das Recht vor, die Einhaltung der Anforderungen des Kodexes nach angemessener Vorankündigung zu prüfen. Bei Verstößen kann die EB eine stufenweise Eskalation einleiten, die bis zur Auflösung der Geschäftsbeziehung reichen kann.

Es ist das Ziel, sowohl den Verhaltenskodex als auch den Dienstleisterkodex vollständig in allen Tochtergesellschaften sukzessive einzuführen und anzuwenden (GRI 412-3). Als erste Tochtergesellschaft hat die EB-SIM auf ihrer Gesellschafterversammlung im Jahr 2021 beschlossen, dass die von der EB aufgestellten Nachhaltigkeitsgrundsätze sowie der Verhaltenskodex künftig auch zum integralen Bestandteil ihrer Unternehmensgrundsätze werden sollen. Nach der erfolgreichen Implementierung soll die Einhaltung entsprechend überwacht werden. Der Dienstleisterkodex der EB findet bereits seit Längerem in der EB-SIM und dem Change Hub Anwendung. Die HKD führte den Dienstleisterkodex im Jahr 2021 ein.

Die Einhaltung der Kodizes wird intern sichergestellt. Bei Hinweisen zu potenziellen Verstößen steht allen Mitarbeiter:innen das Hinweisgebersystem oder die Direktion „Compliance” zur Verfügung (vgl. GRI 102-17). Im Berichtszeitraum wurden keine Vorkommnisse hinsichtlich der Nichteinhaltung der Menschenrechte bekannt bzw. gemeldet.

Zwei Geschäftsleute schütteln sich die Hände

Unterstützung des UN Global Compacts

Als ein deutliches Bekenntnis zur Einhaltung von Menschenrechten auch nach außen hat die EB den UN Global Compact unterzeichnet und dadurch die zehn Prinzipien dieser weltweiten UN-Initiative anerkannt. Der Schutz und die Achtung der Menschenrechte ist als erstes der zehn Prinzipien benannt. Allen zehn Prinzipien nimmt sich die Bank in ihrem täglichen Handeln an.

Logo: We support UN Global Compact

Kapitalanlage

Die ausdrückliche Verankerung der Prinzipien des UN Global Compacts und insbesondere die Achtung von Menschen- und von Arbeitsrechten erfolgt auch in der Kapitalanlage. Die Achtung dieser Rechte ist ein fester Bestandteil der EB-Nachhaltigkeitsfilter.

In den EB-Nachhaltigkeitsfiltern sind Geschäftspraktiken, die gegen Prinzipien des UN Global Compacts verstoßen, ausdrücklich bei Unternehmen und Zulieferern ausgeschlossen:

a) Verstoß gegen ILO Arbeitsrechte (Kernarbeitsnormen),
b) Verstoß gegen ILO Arbeitsrechte (sonstige Bereich),
c) Kinderarbeit und
d) Menschenrechte.

Der EB-Filter (Responsible) wird sowohl in der Eigenanlage der EB (Depot A) als auch in der Vermögensverwaltung angewendet. Der EB-Filter (Impact) wird bei Fondslösungen der EB-SIM angewendet.

Verankerung der Prinzipien des UN Global Compact - Frau auf Demo mit Sprachrohr

Als Asset Owner beteiligt sich die EB aktiv zusammen mit dem AKI an Engagement-Projekten, die ausdrücklich die Einhaltung von Menschenrechten in den Blick nehmen. Aktuell engagieren sich kirchliche institutionelle Investoren, z. B. auch die EB, zum Thema „Ökologische und menschenrechtliche Risiken in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie am Beispiel von Lithium, Platin und Kautschuk“. Mehr Informationen gibt es bei unseren Engagement-Aktivitäten.

Ergänzend zu den bereits strengen Kriterien der EB-Nachhaltigkeitsfilter kommen bei der EB-SIM weitere Instrumente zur Einhaltung der Menschenrechte zum Tragen. Beispielsweise investiert der Fonds EB-SME Finance Fund Emerging Markets-Impact Investment, der in Kooperation mit der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH aufgelegt wurde, mindestens 80% seines Vermögens in die Bereitstellung von Finanzierungsmitteln für lokale Finanzinstitute in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die bereitgestellten Mittel dienen der zweckgebundenen Finanzierung und zum Aufbau mittelständischer Strukturen vor Ort. Bei allen Projektfinanzierungen in Kooperation mit der DEG finden die „IFC Performance Standards“ sowie die „Equator Principles“ Anwendung. Somit wird die Achtung der Menschenrechte auch bei den (Projekt-)Finanzierungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern sichergestellt.

Solarpanele auf einer Wiese im Sonnenuntergang - Equator Principles - Dieser freiwillige Standard wird von über 100 Finanzinstitutionen in fast 40 Ländern weltweit angewendet.

Equator Principles

Die Equator Principles, auch EP abgekürzt, stellen ein Rahmenwerk für ein Risikomanagement dar. Es enthält Vorgaben für die Ermittlung, Bewertung und die Steuerung von Umwelt- und Sozialrisiken bei der Finanzierung von Investitionsobjekten. Dieser freiwillige Standard wird von über 100 Finanzinstitutionen in fast 40 Ländern weltweit angewendet.

Logo Equator Principles

IFC Performance Standards

Die International Finance Corporation der World Bank Group (kurz: IFC) hat Performance Standards entwickelt, die u.a. von Investoren angewendet werden können, um Risiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bei Investitionsobjekten – gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern – besser abzubilden.

IFC International Finance Corporation
Huge Solar Farm

Finanzierung

Auch in der Finanzierung sollen die Menschenrechte zukünftig noch stärker Berücksichtigung finden. Die EB hat mit der Aktualisierung ihrer Kreditvergabegrundsätze begonnen und wird voraussichtlich bis Ende des Jahrs 2021 die verschärften Kriterien veröffentlichen. Die neuen Kreditvergabegrundsätze werden eine sogenannte Positivliste und eine überarbeitete Negativliste enthalten. Die Negativliste orientiert sich an den Kriterien der EB-Nachhaltigkeitsfilter.

Weiterbildung und Schulungen

Über die fachbezogenen und sonstigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen hinaus, fanden im Berichtsjahr in der EB-Gruppe keine expliziten Schulungen zu Menschenrechtspolitik und -verfahren statt. Zwar erfolgte somit keine ausdrückliche Sensibilisierung zu relevanten Menschenrechtsaspekten für die Geschäftstätigkeit über Seminare oder ähnliche Weiterbildungsangebote. Gleichwohl ist die Förderung von Menschenrechten ein regelmäßiger Bestandteil unserer gruppenweiten Auseinandersetzung, die mit Fragen der Nachhaltigkeit und der Erreichung von positiver Wirkung durch unser Handeln erzielt wird.

Menü