GRI 305 – Emissionen

Gesundheit und Wohlergehen
Nachhaltiger Konsum und Produktion

GRI 103 Managementansatz

Die Bedeutung von Emissionen, insbesondere CO2-Emissionen, nimmt für das Finanzwesen und den Kapitalmarkt immer weiter zu. Entscheidend für diese Entwicklung war das Pariser Klimaabkommen im Jahr 2015, in dem sich die Weltstaatengemeinschaft darauf verständigt hat, die globale Durchschnittstemperatur nicht über 2°C ansteigen zu lassen oder möglichst auf 1,5°C zu begrenzen. Ansonsten drohen schwer umkehrbare klimatische Kipppunkte, deren Folgen das Überleben großer Teile der Menschheit gefährden. Die Erreichung dieses Ziels erfordert große Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft.

In Europa und Deutschland werden seit 2018 im verstärkten Maße Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz und zur Bekämpfung der Folgen aus dem Klimawandel geschaffen. Zunächst wird von den Akteuren des Finanz- und Kapitalmarktes eine höhere Klimatransparenz und in einem nächsten Schritt die Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken für das jeweilige Geschäftsmodell erwartet.

Beiden Anforderungen kommt die EB-Gruppe bereits freiwillig und vorausschauend nach. Sie befasst sich kontinuierlich mit neuen wissenschaftsbasierten Erkenntnissen und Entwicklungen des Marktes und der Regulierung.

Mit der im September 2020 verabschiedeten EB-Klimastrategie zeigt die Evangelische Bank auf, wie sie sich den ökonomischen und risikobezogenen Klima-Herausforderungen stellt: Die EB bekennt sich mit ihrer Klimastrategie zum 1,5°C-Ziel und wird deshalb sukzessive die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und Chancen umfassend und systematisch in allen relevanten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit berücksichtigen.

In Bezug auf die Daten der nachfolgenden Tabelle werden zuvor einige Aspekte näher beleuchtet:

Im Rahmen des GreenhouseGas(GHG)-Protocols, einer internationalen Standardreihe zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen, werden drei Formen von Treibhausgasen (THG) unterschieden. Sie werden als Scope 1 (direkte Emissionen (z. B. Öl- oder Gasheizung, Fuhrpark), Scope 2 (indirekte Emissionen (z. B. Strom, Fern-wärme) und Scope 3 (weitere indirekte Emissionen, die nicht im unmittelbaren Einflussbereich des Unter¬nehmens stehen (z. B. Geschäftsreisen, Berufsverkehr der Mitarbeiter) bezeichnet. Die Erfassung der Scope 3-Emissionen ist mitunter sehr komplex und heute noch nicht flächendeckend darstellbar, sodass die Evangelische Bank bei der Berechnung des Carbon Footprints bisher auf die Scope 1- und die Scope 2-Emissionen der Unternehmen abstellt.

Der Begriff Carbon Footprint bezeichnet den CO2-Fußabdruck bzw. die CO2-Bilanz, in der direkte und indirekte CO2-Emissionen dargestellt werden, die aufgrund der Wirtschaftstätigkeiten von Unternehmen bzw. bei der Herstellung ihrer Produkte und Dienstleistungen verursacht werden. Darin werden auch andere Treibhausgase eingeschlossen und auf ein CO2-Äquivalent (meist in t CO2e) umgerechnet. Die CO2-Bilanz dient als Ausgangs-basis, Maßnahmen zur Reduktion klimaschädlicher Emissionen zu ergreifen und ihre Wirksamkeit zu bemessen.

Die EB-Gruppe erhebt die direkten und indirekten CO2-Emissionen (Scope 1 + 2) einerseits auf Basis von Abrechnungen und direkten Messungen (Zähler) im Gebäudebereich. Kühlmittelverluste werden durch die regelmäßig stattfindenden Wartungen von Lüftungs- und Klimaanlagen ermittelt. Bei der Mobilität werden die Verbrauchsdaten der einzelnen Fahrzeuge herangezogen. Daten zu Mietfahrzeugen erhalten wir von den Pkw-Vermietern und Daten der Privat-Pkw werden mit Standardwerten berechnet. Daten von NOX, CH4 und anderen Treibhausgasen (z.B. Ozon und SOX) sind für die EB-Gruppe als nicht produzierendes Gewerbe nicht wesentlich.

GRI 305-1, GRI 305-2, GRI 305-3 Direkte, indirekte und sonstige indirekte THG‑Emissionen (Scope 1 + 2 +3), und GRI 305-4 Intensität der THG-Emissionen

EB-Gruppe


Direkte und indirekte THG-Emissionen (in t CO2-Äquivalent)


2019


2020


Abweichung 2020 - 2019


Scope 1 direkte THG-Emissionen (Summe in t CO2e)


461,6 t


305,3 t


-33,9%


Scope
1 Erdgas (in t CO
2e)


9,21 t


6,23 t


-32,3%


Scope
1 Heizöl (in t CO
2e)


0 t


0 t


+0,0%


Scope
1 Kühlmittelverluste von Klimaanlagen (gem. GWP in t CO
2e)


3,55 t


0 t


-100%


Scope
1 Kraftstoffe (Mobilität ohne Bahn; in t CO
2e)


449,2 t


299,1 t


-33,4%


Scope 2 -
indirekte THG-Emissionen (Summe in t CO
2e)


138,5 t


44,6 t


-67,8%


Scope
2 Fernwärme (in t CO2e)


128,1 t


85,2 t


-33,5%


Scope
2 Strom (in t CO2e)


2,41 t


1,84 t


-23,9%


Scope
2 Bahn-Emissionen (in t CO2e)


8,00 t


0,32 t


-96,0%


Summe
THG-Emissionen (Scope 1+2) in t CO
2e


600,1 t


349,9 t


-41,7%


Mitarbeiter:innen
(in Vollzeitstellen; VZÄ)


526,55


544,44


+3,4%


Intensität d.
THG-Emissionen (t CO
2e/VZÄ)


1,14 t/VZÄ


0,64 t/VZÄ


-43,6%


THG-Emissionen (Scope
1+2) / Mio.€ Bilanzsumme (kg CO
2e/Mio.€)


76,4 kg


41,8 kg/Mio.€


-45,3%


Hervorzuheben sind die deutlichen CO2e-Reduktionen der EB-Gruppe durch Heizenergie (Gas und Fernwärme) sowie Mobilität (Kraftstoffe und Bahn) um über 30% im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr. Der wesentliche Grund liegt in den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der damit verbunden Verlagerung der Tätigkeit der Mitarbeiter:innen ins „Homeoffice“ sowie der massiven Einschränkung der Reise-tätigkeiten im Berichtsjahr. Außerdem wiesen die Stadtwerke Kiel auf Basis der Vorjahreswerte eine Reduktion des CO2-Faktors auf 0 g CO2e/kWh aus, wodurch die gelieferte Fernwärme klimaneutral gestellt war. Weiterhin erfolgte eine Umstellung der Dienstfahrzeuge auf Hybridtechnologie. CO2e-Emissionen aufgrund von Kühlmittelverlusten konnten im Berichtsjahr vermieden werden.

Evangelische Bank


Direkte und indirekte THG-Emissionen


(in t CO2-Äquivalent;
GRI 305-1 & -2))


2018


2019


2020


Abweichung 2020 - 2019


Scope 1 direkte THG-Emissionen


(Summe in t CO2e)


428,4 t


381,3 t


240,6 t


-36,9%


Scope 1 Erdgas (in t CO2e)


12,1 t


9,2 t


6,2 t


-32,3%


Scope 1 Heizöl (in t CO2e)


0,0 t


0,0 t


0,0 t


+0,0%


Scope 1 Kühlmittelverluste von Klimaanlagen (gem. GWP in t CO2e)


0,0 t


3,55 t


0,0 t


-100,0%


Scope 1 Kraftstoffe (Mobilität ohne Bahn; in t CO2e)


416,3 t


367,5 t


234,4 t


-36,2%


Scope 2 - indirekte THG-Emissionen


(Summe in t CO2e)


154,7 t


127,6 t


39,0 t


-69,4%


Scope 2 Fernwärme (in t CO2e)


144,01 t


118,1 t


37,8 t


-68,0%


Scope 2 Strom (in t CO2e)


4,36 t


2,41 t


1,27 t


-47, 6%


Scope 2 Bahn-Emissionen (in t CO2e)


6,33 t


7,10 t


0,00 t


-100%


Summe THG-Emissionen (Scope 1+2) in t CO2e


583,1 t


508,9 t


279,6 t


-45,1%


Mitarbeiter:innen (in Vollzeitstellen; VZÄ)


405,8


405,6


409,3


+0,9%


Intensität d. THG-Emissionen (t CO2e/VZÄ)


1,44 t


1,25 t


0,68 t


-45,5%


THG-Emissionen (Scope 1+2) / Mio.€ Bilanzsumme (kg CO2e/Mio.€)


75,9 kg


64,8 kg


33,4 kg


-48,5%


Für die EB sind sowohl die direkten Emissionen (Scope 1) und dabei insbesondere die Emissionen der Pkw-Kraftstoffe als auch die durch Fernwärme verursachten Emissionen (Scope 2) um ca. ein Drittel gesunken. Dies führen wir im Wesentlichen auf die COVID-19-Pandemie zurück. Die starke Reduktion bei den Strom-basierten Emissionen hat vor allem den Grund, dass noch nicht von allen Vermietern der regionalen Standorte vollständige Abrechnungsdaten vorlagen und somit nicht berücksichtigt werden konnten. Außerdem steigt der Anteil erneuer-barer Energien im deutschen Strommix nach und nach an.

EB-SIM


Direkte und indirekte THG-Emissionen (in t CO2-Äquivalent)


2019


2020


Abweichung 2020 - 2019


Scope
1 direkte THG-Emissionen (Summe in t CO
2e)


23,5 t


19,8 t


-15,8%


Scope 1 Erdgas (in t CO2e)


0 t


0 t


+0%


Scope 1 Heizöl (in t CO2e)


0 t


0 t


+0%


Scope 1 Kühlmittelverluste von Klimaanlagen (gem. GWP in t CO2e)


0 t


0 t


+0%


Scope 1 Kraftstoffe (Mobilität ohne Bahn; in t CO2e)


23,3 t


19,8 t


-15,2%


Scope 2 - indirekte THG-Emissionen (Summe in t CO2e)


1,82 t


2,63 t


+44,9%


Scope 2 Fernwärme (in t CO2e)


2,06 t


+13,4%


Scope 2 Strom (in t CO2e)


0 t


0,57 t




Scope 2 Bahn-Emissionen (in t CO2e)




0 t




Summe THG-Emissionen (Scope 1+2) in t CO2e


25,3


22,4


-11,5%


Mitarbeiter:innen (in Vollzeitstellen; VZÄ)


26,6


39,1


+46,9%


Intensität d. THG-Emissionen (t CO2e/VZÄ)


0,95 t


0,57 t


-39,7%


Die pandemiebedingten Reduktionen der CO2e-Emissionen fielen bei der EB-SIM je VZÄ noch etwas stärker aus als bei der EB, was auf den deutlichen Zuwachs der Anzahl der Mitarbeiter:innen (siehe Tabelle oben) zurückzuführen ist.

HKD


Direkte und
indirekte THG-Emissionen (in t CO
2-Äquivalent)


2019


2020


Abweichung 2020-2019


Scope 1 direkte THG-Emissionen (Summe in t CO2e)


30,9 t


25,8 t


-16,6%


Scope 1 Erdgas (in t CO2e)


0,0 t


0,0 t


+0%


Scope 1 Heizöl (in t CO2e)


0,0 t


0,0 t


+0%


Scope 1 Kühlmittelverluste von Klimaanlagen (gem. GWP in t CO2e)


0,0 t


0,0 t


0%


Scope 1 Kraftstoffe (Mobilität ohne Bahn; in t CO2e)


32,7 t


25,8 t


-21,1%


Scope 2 - indirekte THG-Emissionen (Summe in t CO2e)


4,70 t


0,32 t


-93,2%


Scope 2 Fernwärme (in t CO2e)


3,90 t


0,0 t


-100%


Scope 2 Strom (in t CO2e)


0,0 t


0,0 t


+0%


Scope 2 Bahn-Emissionen (in t CO2e)


0,79 t


0,32 t


-59,54%


Summe THG-Emissionen (Scope 1+2) in t CO2e


35,6


26,09


-26,71%


Mitarbeiter:innen (in Vollzeitstellen; VZÄ)


32


31,28


-2,25%


Intensität d. THG-Emissionen (t CO2e/VZÄ)


1,11 t


0,83 t


-25,02%


Bei der HKD reduzierten sich die CO2e-Emissionen etwas geringer, was insbesondere aus der weniger starken Reduzierung der Pkw-Nutzung resultiert.

 2020


EB-Gruppe


Evangelische Bank


den Intensitätsquotienten der THGEmissionen für die Organisation.


0,64 T CO2-Äquivalent/VZÄ


0,68 T CO2-Äquivalent/VZÄ


den organisationsspezifischen Parameter (den Nenner), der zur Berechnung des Quotienten verwendet wurde.


544,44 A


409,3 A


Arten von THGEmissionen, die in den Intensitätsquotienten einbezogen wurden; ob direkte (Scope 1), indirekte energiebedingte (Scope 2) und/oder sonstige indirekte (Scope 3) THGEmissionen einbezogen wurden.


Zur Ermittlung der THG-Emissionen sind die Scope 1- und Scope 2-Daten einbezogen worden (siehe Tabelle oben). Zu den direkten THG-Emissionen (Scope 1) zählen die CO2-Emissionen der Wärmeverbräuche durch Erdgas und die Kühlmittelverluste von Klimaanlagen (Umrechnung gem. GWP auf CO2-Äquivalente) und die Kraftstoffverbräuche aus der Mobilität (Pkw, Reisebusse, Flugzeuge).


Die indirekten THG-Emissionen nach Scope 2 beinhalteten die CO2-Emissionen, die durch die Nutzung von Strom- und Fernwärmeenergie sowie durch die Bahnnutzung (überwiegend elektrische Energie) entstanden sind.


Daten zur Darstellung von Scope 3-Emissionen (GRI 305-3) liegen noch nicht in hinreichender Quantität und Qualität vor, sodass für 2020 auf eine entsprechende Berichterstattung verzichtet werden muss.


In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle (GRI 305-7).


Bei der Berechnung der Emissionen haben wir v.a. die CO2-Emissionen berücksichtigt. Zusätzlich sind die CO2-Äquivalente aufgrund von Kühlmittelverlusten einbezogen, deren Werte auf Basis des jeweiligen GWP-Faktors berechnet wurden. Daten von NOx, CH4 und anderen Treibhausgasen (z. B. Ozon und SOx) sind für die Evangelische Bank-Gruppe nicht wesentlich, da wir kein produzierendes Unternehmen sind.


Den Quotienten durch Division der absoluten THGEmissionen (Zähler) durch den organisationsspezifischen Parameter (Nenner) ermitteln;


41,77
kg/Mio.€ (
-38,6%)


33,38 kg/Mio.€ (-40,6%)


Wenn ein Intensitätsquotient für sonstige indirekte THGEmissionen (Scope 3) angegeben wird, diesen Intensitätsquotienten getrennt von den Intensitätsquotienten für direkte (Scope 1) und indirekte (Scope 2) Emissionen aufführen.


Der CO2e-Quotient wird zusammen für direkte und indirekte THG-Emissionen (Scope 1 und 2) ausgewiesen.


In einem zweiten Quotienten sind die THG-Emissionen (Scope 1 + 2) in Beziehung zur Bilanzsumme der Bank gesetzt worden, um die Emissionen auch im Verhältnis zur wirtschaftlichen Tätigkeit der Bank darzustellen.


THG-Intensität EB
THG-Intensität EB-Gruppe

Emissionen aus Mobilität

Das Reiseaufkommen in der EB-Gruppe hat sich gegenüber dem Vorjahr um 31,3 % reduziert. Das lag v.a. an der pandemiebedingten Reduzierung der Dienstreisen per Bahn und Flugzeug (-65,7 % bzw. -93,5 %). Die Pkw-Kilometer ermäßigten sich lediglich um 4,5 %. Das lag an der internen Vorgabe für alle Dienstwagenfahrten, während der Pandemie möglichst den Dienstwagen zu nutzen und allein zu fahren, um die Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

Dienstreise-Km & Verkehrsmittel EB-Gruppe

Die Unterschiede im Dienstreiseaufkommen in der EB-Gruppe sind sehr groß und abhängig vom Geschäftsmodell der einzelnen Unternehmen. Die meisten Dienstfahrten sind vertrieblich veranlasst und gehen auf den Besuch der Kunden und damit den persönlichen Dialog vor Ort zurück. Darüber hinaus tragen bundesweit verteilt ansässige Organisationseinheiten auch zu einer erhöhten Reisetätigkeit, insbesondere zwischen Kassel und Kiel, bei.

Dienstreise-Km & Verkehrsmittel EB-Unternehmen

Je nach Geschäftsmodel und personeller Größe ist der Anteil der Dienstwagennutzer in der EB-Gruppe sehr unterschiedlich, was sich in der folgenden Grafik zeigt.

Dienst-Pkw je Mitarbeiter:in für EB-Unternehmen (%)

Das Reiseaufkommen pro Vollzeitstelle ist in der EB seit 2015 um 9,5 % gesunken. Das Niveau ist mit durch-schnittlich 5.223 km pro Vollzeitstelle auf Gruppenebene bzw. 6.118 km/VZÄ für die Bank jedoch nach wie vor vergleichsweise hoch. Ursächlich hierfür ist v.a. der gestiegene Fahrzeugbestand (EB-Gruppe: +39 %, EB: +14,6 %). Dabei spielen die Dienstfahrten zwischen dem Hauptsitz Kassel und der Hauptstelle Kiel eine wichtige Rolle. Zu den Pkw-Fahrten der EB-Gruppe sowie der EB zählen die Strecken mit Dienst- (94,0 % bzw. 95,4 %), Miet- (4,5 % bzw. 2,9 %) und Privat-Pkw (1,6 % bzw. 1,7 %).

Dienstreise-Km/VZÄ für EB-Unternehmen

Durch die Einschränkungen, die aus der Covid-19-Pandemie insbesondere im Jahr 2020 resultierten, gewannen digitale Kommunikationswege auch in der Kundenansprache an Bedeutung. Dies trug auch zu geringeren Reisetätigkeiten bei.

Dienstreise-Km & Verkehrsmittel EB

Die Pkw-Kraftstoff-Emissionen summieren sich aus den Verbräuchen der Dienstwagen (Aufteilung nach Kraftstoff), der dienstlich genutzten Privat-Pkw (Pauschalwert je Kilometer: 215 g CO2e/km gem. https://www.probas.umweltbundesamt.de) und den Miet-Pkw-Verbräuchen. Bei Letzteren nutzen wir die Angaben der Mietfirmen unter Zuhilfenahme der CO2e-Emissionsdaten für die einzelnen Pkw aus der Zulassungsdatei des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für 2020.

Der Fuhrpark der EB-Gruppe bestand Ende 2020 aus 47 Dieselfahrzeugen (inkl. Mildhybriden), 7 Dieselhybride, 25 Benzinern (inkl. Mildhybriden), 33 Benzinhybride sowie einem Erdgas- und einem reinen Elektro-Fahrzeug. Alle Pkws sind mit verbrauchseffizienten Motoren (BlueMotion, BlueTec etc.) ausgestattet.

Die aus der Pkw-Nutzung resultierenden CO2e-Emissionen sind im Jahr 2020 um 32,1 % für die EB-Gruppe und um 35,3 % für die EB gefallen. Dies liegt in geringerem Maße an den reduzierten Pkw-Fahrleistungen (EB-Gruppe: -4,5 %; EB: -2,0 %) und vor allem am geringeren CO2e-Ausstoss je gefahrenem Dienstwagen-Kilometer (EB-Gruppe: -30,5 %; EB: -36,2 %).

CO2e/Dienstwagen-Km (EB-Unternehmen)

Diese Grafik verdeutlicht einerseits die Unterschiede der CO2e-Emissionen je gefahrenem Pkw-Kilometer bei den Gesellschaften der EB-Gruppe und zeigt andererseits, dass diese spezifischen CO2e-Emissionen im Vergleich zu den gefahrenen Pkw-Kilometern auf Gruppenebene (siehe Grafik oben „Dienstreise-Km & Verkehrsmittel EB-Gruppe“) deutlich reduziert wurden. Dies ist auch eine Folge der Umstellung des Fuhrparks auf vorwiegend Hybrid-Pkw.

CO2e-Emissionen durch Mobilität (Anteile)

Die Dienstwagen-Emissionen nehmen aktuell gruppenweit 94,0 % und bei der EB 93,1 % der Mobilitäts-CO2-Mengen sowie gruppenweit 80,4 % und 78,0 % aller CO2e-Emissionen (Scope 1 + 2) der Bank ein.

CO2e-Emissionen durch Mobilität (kg)

Für das Jahr 2020 konnte somit pandemiebedingt das Ziel einer Senkung der mobilitätsbedingten CO2-Emissionen erreicht werden.

Die Emissionen durch Bahnnutzung werden für uns jährlich von der Deutschen Bahn ermittelt. Seit 2020 kompensiert die Deutsche Bahn nun auch die mit Diesel gefahrenen Bahnkilometer und hat damit auch diesen Teil ihres Personenverkehrs klimaneutral gestellt. Die Evangelische Bank nimmt seit Jahren am bahn.business-Programm teil. Dabei sind die Personenkilometer im Fernverkehr (ICE/IC) CO2-neutral gestellt. Die Deutsche Bahn weist für die EB diese nicht emittierten CO2e-Mengen aus (2020: 77,9 t CO2e-Einsparung ggü. Pkw-Nutzung). Die EB-Mitarbeiter:innen sind im Berichtsjahr pandemiebedingt nur 581.071 Bahnkilometer (-65,7 %) gefahren.

Der Anteil der Bahn an den Dienstreise-Kilometern hat sich von 42,2 % bei der EB-Gruppe bzw. 46 % bei der EB 2019 auf 21,1 % (EB-Gruppe) bzw. 23,2 % (EB) 2020 reduziert. Die Nicht-Dienst-Pkw-Nutzer haben ihre Reisetätigkeiten im Jahr 2020 Covid-19-bedingt halbiert.

Die Emissionen durch Flugzeugnutzung errechnen wir seit 2018 entsprechend der einzelnen Flugstrecken mit Hilfe des KlimAktiv CO2-Rechners (über KlimaKollekte.de). 2020 sind ausschließlich Flugreisen von EB-Mitarbeiter:innen angefallen (3.014 Km). Das bewirkte eine Reduzierung auf Gruppenebene von 93,5 % und von 90,3 % bei der EB. Die dadurch verursachten CO2e-Emissionen reduzierten sich um 94,1 % (EB-Gruppe) bzw. 92,7 % (EB).

Um den Umfang der Dienstreisen zu reduzieren, hat die EB 2019 ein Videokommunikationssystem eingeführt. Sämtliche Standorte sind an dieses System angeschlossen. Durch den Einsatz des Systems ergaben sich unmittelbar keine signifikanten Reduktionen der Dienstfahrten. Seit dem Jahr 2020 ist auch wegen der Covid-19-Situation ein weiteres Videokonferenzsystem für die Nutzung an allen Arbeitsplätzen mit Laptop inkl. Kamera im Einsatz, das mittlerweile zu den Standardanwendungen in der Bank zählt und die Teilnahme an Besprechungen ermöglicht. Es stellt somit ein unverzichtbares Element in der gruppeninternen Kommunikation dar.

Darüber hinaus tragen die Angebote „Jobticket“ und „Fahrrad-Leasing“ (vgl. Unterkapitel Betriebliche Zusatzleistungen: Unsere Benefits) dazu bei, die CO2-Emissionen für die Fahrten zur und vom Arbeitsplatz klimafreundlicher gestalten zu können.

Direkte (Scope 1) und indirekte (Scope 2) Treibhausgas (THG) Emissionen

Die EB-Gruppe nutzte bislang im Wesentlichen klimaneutralen Strom der Firmen NaturStrom und HKD. Für die meisten Standorte berechnen die Vermieter Allgemeinstrom, der in den meisten Fällen dem Standard-Energiemix der jeweiligen Stadtwerke entspricht. Daher ist für diese Strommengen die jeweilige Stromkennzeichnung des lokalen Versorgers einbezogen worden. 2020 ergaben sich in diesem Bereich nominell 1,27 t (-47,6 %) auf Bankebene (GRI 305-5). Je Vollzeitstelle verursachte die EB-Gruppe bzw. die EB 3,4 kg bzw. 3,1 kg an CO2e-Emissionen. Der vergleichsweise niedrige Wert ist sehr von der Datenzulieferung durch die Vermieter abhängig. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes lagen noch keine Daten seitens einiger Vermieter vor. Die Reduktionsursachen sind bereits ausführlich erläutert.

Für alle Heizenergieverbräuche ist jeweils ein CO2-Faktor abhängig von den genutzten Energieträgern eingesetzt worden. Im Regelfall wird der vom jeweiligen Versorger ausgewiesene Wert verwendet. Falls keine Angaben vorhanden sind, werden die Durchschnittswerte gemäß Angaben des Departments for Environment, Food & Rural Affairs (DEFRA), GHG Conversion Factors for Company Reporting verwendet. Im von der EB genutzten Nachhaltigkeitsmanagement-Tool „WeSustain“ sind die einzelnen Werte inkl. ihrer Quellen standortspezifisch dokumentiert.

Die Kühlmittel von Klimaanlagen sind im Hinblick auf Emissionen gesondert zu beleuchten. Kühlmittelverluste werden jährlich erfasst und mit dem GWP-Faktor des Kühlmittels multipliziert (Quelle: Umweltbundesamt), um die CO2-Äquivalente zu berechnen. Bei Annahme, dass die genutzten Kühlmittel komplett in die Umwelt gelangen, würde ein CO2-Äquivalent von rund 388,9 t die Umwelt für die von der EB-Gruppe genutzten Räume belasten. Bezieht man auch die Liegenschaften und Flächen mit ein, die im Eigentum der EB-Gruppe sind, dann liegt der Wert bei 460,9 t CO2-Äquivalent. Zur Minimierung der Gefahr werden alle Anlagen bestimmungsgemäß regel¬mäßig gewartet und systematisch modernisiert. Im Jahr 2020 traten keine Kühlmittelverluste auf.

Durch die Nutzung von Postdienstleistungen werden uns jährlich CO2-Äquivalente ausgewiesen (2020: EB-Gruppe 11,59 t CO2e; EB 10,19 t CO2e), die durch CO2-Zertifikate bei der Deutschen Post klimaneutral gestellt werden.

Die EB verwendet direkt keine biogenen Energiequellen. Indirekt werden über die Feuerungsanlagen der städtischen Fernwärmeerzeuger auch biogene Energieträger genutzt.

Zusammenfassend werden die wesentlichen CO2e-Emissionen (Scope 1 + 2) wie folgt bewertet:

Im Jahr 2010, zu Beginn des umfassenden Nachhaltigkeitsmanagements der EB, lagen die CO2e-Emissionen (Scope 1 + 2) nominell noch bei 653,8 t. Im Jahr 2020 lag der Wert bei 279,6 t CO2 für die EB und bei 349,9 t für die EB-Gruppe. Damit hat die EB ihr Ziel, die CO2-Emissionen im Zeitverlauf auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren, erreichen können (siehe auch TCFD-Report der Evangelischen Bank).

Entwicklung der Scope1 & 2 Emissionen der EB
CO2-Emissionen/VZÄ in kg der EB-Gruppe
CO2-Emissionen/VZÄ in kg

In Bezug auf die Anzahl der Vollzeitstellen reduzierte sich die Menge im Zeitraum seit 2010 für die Bank von 2.390,18 kg/VZÄ um 71,4 % auf 683,1 kg/VZÄ. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der CO2e-Ausstoß um 571,6 kg bzw. um 45,6 % je Vollzeitstelle für die Bank. Die insgesamt geringen Emissionswerte resultieren aus der Nutzung klimaneutral erzeugten Stroms, energieschonender Fernwärme und der pandemiebedingten Reduktionen (s.o.). Auch stellen Fernwärmeerzeuger immer stärker auf klimaneutrale Brennstoffe, wie z. B. Klärabfälle, um.

Im Jahr 2020 trug vor allem die Mobilität mit 572,5 kg CO2e je Vollzeitäquivalent (-38,2 %) auf EB-Ebene bzw. 549,9 kg CO2e je VZÄ EB-Gruppe (-36,6 %) zu den gesamten CO2e-Emissionen der Bank bzw. der EB-Gruppe bei. Allein die Pkw-Nutzung entsprach 83,6 % (EB) bzw. 85,3 % (EB-Gruppe) der gesamten CO2e-Emissionen.

Die COVID-19-Pandemie wirkte sich positiv auf die Höhe der Emissionen aus. Durch den Einbau modernster Heizungs- und Lüftungstechnik in die umgebaute Zentrale erwarteten wir ab 2021 eine weitere Verbesserung der CO2-Bilanz. Dieses runderneuerte Gebäude ist an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen. Der CO2-Faktor für Fernwärme in Kassel liegt bei ca. 43 % unter dem CO2-Faktor für Gas der lokalen Stadtwerke für nicht klimaneutralgestelltes Erdgas.

Somit bietet das Thema Mobilität nach wie vor das größte Potenzial für die Senkung der CO2-Emissionen. Vor diesem Hintergrund wurde 2021 die Entwicklung eines neuen Mobilitätskonzeptes angestoßen. Aktuell ist geplant, das Mobilitätskonzept im Hinblick auf die Effizienz und Klimaqualität zu modifizieren (alternative Antriebstechniken, Car Sharing etc.).

Treibhausgas (THG) Emissionen der Eigenanlagen der Evangelischen Bank eG und der Assets under Management der EB-SIM GmbH

Die EB-Gruppe erarbeitete im Jahr 2020 eine ganzheitlich ausgerichtete Klimastrategie. In diesem Zusammenhang werden auch die Treibhausgasemissionen der Assets under Management in den Eigenanlagen sowie in der EB-SIM erfasst und Kennzahlen gemäß den Empfehlungen der Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) ermittelt. Die Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen dargestellt.

THG-Emissionen der Eigenanlagen

Die Emissionen des Depot-A werden im Verhältnis zu einer Benchmark, des ishares MSCI ACWI UCITS ETF gemessen. Nachstehend ein kurzer Auszug der Auswirkungen per 31.12.2020:

 


EB-Portfolio


Benchmark


Gesamte Scope 1 & 2 Emissionen (t CO2e)


75.561


122.515


Gesamte Scope 1, 2, & 3 Emissionen (t CO2e)


170.342


439.350


THG Emissionen der Assets under Management der EB-SIM

Emissionsindikatoren


2019


2020


Differenz


Carbon Footprint (Vermögensverwaltungsmandate)


265,08 t CO2e/€M Volumen


141,74 t CO2e/€M
Volumen


-46,5%


Carbon Footprint (Kunden-Advisory Mandate)


313,53 t CO2e/€M Volumen


247,61 t CO2e/€M Volumen


-21,0%


Carbon Footprint (EB-SIM Fonds)


282,40 t CO2e/€M Volumen


217,47 t CO2e/€M
Volumen


-23,0%


Die Tabelle zeigt, dass der CO2e-Fußabdruck der Assets under Management der EB-SIM deutlich gesenkt wurde.

Nähere Informationen zum Umgang mit den THG-Emissionen in der Eigenanlage der EB sowie in den Assets under Management der EB-SIM sind in unserem TCFD-Report dargestellt.

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